Über mich & meine Philosophie
- Andrea Jumpertz

- 4. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Hundetraining bedeutet für mich nicht, Verhalten zu kontrollieren oder Symptome zu unterdrücken. Es bedeutet, Verhalten zu verstehen, Zusammenhänge zu erkennen und Lernen fair zu gestalten. Meine Arbeit basiert auf moderner, wissenschaftlich fundierter Hundeerziehung und auf einem respektvollen Blick auf den Hund als fühlendes, lernendes Individuum.

Verhalten ist Kommunikation
Ich arbeite nicht mit Etiketten wie „dominant“, „stur“ oder „ungehorsam“. Solche Begriffe erklären kein Verhalten – sie bewerten es. Für mich ist entscheidend, was ein Hund tut und in welchem Kontext, nicht, welche Eigenschaften man ihm zuschreibt.
Verhalten ist immer eine Form von Kommunikation. Hunde zeigen uns über ihr Verhalten, wie es ihnen geht, was sie brauchen oder womit sie gerade überfordert sind. Jedes Verhalten erfüllt aus Sicht des Hundes einen Zweck – sei es zur Stressbewältigung, zur Selbstsicherung oder um Zugang zu etwas Angenehmem zu bekommen.
Ganzheitlicher Blick auf den Hund
Ich betrachte Hunde immer ganzheitlich. Verhalten entsteht nie isoliert, sondern ist das Ergebnis von Emotionen, bisherigen Lernerfahrungen, Umweltfaktoren, genetischen Voraussetzungen und dem aktuellen körperlichen Zustand.
Viele Verhaltensprobleme entstehen durch Stress – etwa durch fehlende oder ungünstige Sozialisation, überfordernde Alltagssituationen oder belastende Erfahrungen. Gleichzeitig spielt auch die körperliche Gesundheit eine große Rolle. Schmerz und Unwohlsein können Verhalten deutlich verändern und Lernfähigkeit massiv beeinflussen.
Plötzliche oder ungewöhnliche Verhaltensänderungen nehme ich daher sehr ernst. Wenn ein Verhalten nicht zum Hund passt oder sich abrupt verändert, empfehle ich immer zuerst eine tierärztliche Abklärung, bevor mit Training begonnen wird. Training ohne gesundheitliche Abklärung kann weder fair noch nachhaltig sein.
Stress, Körpersprache und Emotionen verstehen
Ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit ist das Erkennen von Stresssignalen und feiner Körpersprache. Hunde kommunizieren ständig – oft lange bevor problematisches Verhalten sichtbar wird. Gähnen, Meideverhalten, Muskelspannung, veränderte Bewegungen oder ein Wechsel im Ausdruck geben wichtige Hinweise auf den emotionalen Zustand des Hundes.
Ich beobachte sehr genau und immer im Kontext der Situation. Ein einzelnes Signal ist selten aussagekräftig – eine Häufung oder Abfolge von Signalen hingegen schon. Dieses Wissen hilft mir, Training individuell anzupassen, Überforderung zu vermeiden und den Hund dort abzuholen, wo er emotional gerade steht.
Verantwortung statt Konfrontation
Ich arbeite proaktiv statt reaktiv. Das bedeutet, ich gestalte Situationen so, dass der Hund erfolgreich sein kann, anstatt Fehler zu provozieren. Management – also das bewusste Anpassen von Umwelt und Alltag – ist dabei ein wichtiger Teil meiner Arbeit und kein Zeichen von Versagen.
Unerwünschtes Verhalten wird nicht „wegkorrigiert“, sondern durch sinnvolle, für den Hund machbare Alternativen ersetzt. Lernen findet in kleinen, gut vorbereiteten Schritten statt, sodass Sicherheit und Vertrauen entstehen können.

Positive Verstärkung mit Bedeutung
Ich arbeite überwiegend mit positiver Verstärkung – nicht als Bestechung, sondern als klare Rückmeldung. Belohnt wird nicht nur perfektes Verhalten, sondern jeder Schritt in die richtige Richtung. Hunde tun nicht, was sie „sollen“, sondern was sich für sie lohnt. Das berücksichtige ich bewusst im Training.
Belohnungen werden individuell gewählt und sinnvoll eingesetzt, sodass Motivation entsteht und gewünschtes Verhalten stabil aufgebaut werden kann.
Mein Grundsatz
Ich korrigiere nicht den Hund – ich korrigiere das Training. Und ich hinterfrage immer den emotionalen und körperlichen Zustand des Hundes, bevor ich Verhalten verändern möchte.
Hundetraining ist für mich keine Macht Ausübung, sondern Beziehungsarbeit, Lernpsychologie und verantwortungsvolle Begleitung. Mein Ziel ist es, Menschen und Hunde dabei zu unterstützen, sich besser zu verstehen, Stress abzubauen und gemeinsam einen entspannten, alltagstauglichen Weg zu finden.

Schlusswort
Jeder Hund bringt seine eigene Geschichte mit – geprägt von Erfahrungen, Emotionen und individuellen Voraussetzungen. Mir ist es wichtig, diesen Hund zu sehen, ohne ihn in Schubladen zu stecken, und ihm mit Geduld, Respekt und Verständnis zu begegnen.
Veränderung entsteht nicht durch Druck, sondern durch Sicherheit, klare Strukturen und echte Beziehung. Wenn wir lernen hinzuschauen, zuzuhören und unseren Blick zu weiten, entsteht Raum für Entwicklung – für den Hund genauso wie für den Menschen.
Ich begleite euch auf diesem Weg mit Fachwissen, Empathie und einem offenen Blick für das, was euer Hund euch zeigt. Denn nachhaltiges Training beginnt dort, wo Verständnis wächst und Vertrauen entstehen darf.
Wenn du dich in meiner Philosophie und Arbeitsweise wiederfindest, begleite ich dich und deinen Hund sehr gerne. Meine Angebote stehen dir offen.
Und wenn dieser Ansatz für dich nicht stimmig ist, ist das völlig in Ordnung – eine gute Zusammenarbeit entsteht nur dort, wo Werte und Erwartungen zusammenpassen.
Andrea Jumpertz


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